Holocaustgedenktag 2012

Holocaust-Gedenken am Mahnmal in Herbern

„Ich werde diese Augen nie vergessen“

Herbert Rzepka hat Menschen in die Augen geschaut, die hinter Gittern auf Viehwagen mit der Bahn einer schrecklichen Zukunft entgegenfuhren. „Ich werde diese Augen nicht vergessen“, sagte der Rentner gestern bei der gemeinsamen Holocaust-Gedenkfeier des SPD-Ortsvereins und der Gruppe Nathan am Denkmal in Herbern. Nicht nur deswegen ist Rzepka heute wütend, wenn er etwas von den Morden der Zwickauer Terrorzelle hört, liest oder sieht. Das war mit ein Grund dafür, warum die SPD gestern zu einer Gedenkfeier aufgerufen hatte. Es war ein Treffen wider der Gleichgültigkeit, die mit der Erinnerung an das dunkelste kapitel deutscher Geschichte keine Chance im Alltag haben dürfe.

Ortsvereinsvorsitzender Johannes Waldmann legt ein Blumengesteck am Mahnmal nieder.
Ortsvereinsvorsitzender Johannes Waldmann legt ein Blumengesteck am Mahnmal nieder.

SPD-Vorsitzender Johannes Waldmann sprach sich für eine bunte Gesellschaft aus und erinnerte daran, warum der 27. Januar seit 1996 auf Initiative von Bundespräsident Roman Herzog bundesweit als Holocaust-Gedenktag gefeiert wird: Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers des Nazi-Regimes.

Die Gruppe „Nathan“ war mit vier Schülern und Lehrerin Elisabeth Juhl vertreten. Sie mahnten, dass aus Frieden nicht Hass werden dürfe.

Harald Kastner erinnerte an das Beispiel der mutigen Bauern aus dem Münsterland, indem er Textpassagen aus dem Buch von Marga Spiegel vortrug.

Die Passanten hielten übrigens nicht an, sondern gingen unberührt ihren Weg weiter.

Von Theo Heitbaum
(Quelle: Westfälische Nachrichten)

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